„Keine Atommülltransporte von Jülich und Garching nach Ahaus“
Dem Münsterland drohen schon in den kommenden Wochen die ersten von bis zu 160 neuen Atommülltransporten. Der hochradioaktive Atommüll soll aus dem Forschungszentrum Jülich und dem Forschungsreaktor Garching bei München in einem mehrjährigen Prozess per LKW über die Autobahnen ins Atommüll-Zwischenlager Ahaus verbracht werden, obwohl die Endlagerfrage weiterhin völlig ungeklärt ist und die Genehmigung des Zwischenlagers in Ahaus schon 2036 ausläuft. Auf Einladung des Klimabündnisses im Kreis Warendorf sowie des Solarenergie Fördervereins Infostelle Ost-Münsterland informierte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen im Verve in Neubeckum über die aktuellen Planungen sowie die umfangreiche Kritik an der bislang größten Transportserie für hochradioaktiven Atommüll in der Geschichte der Bundesrepublik und die anstehenden Proteste dagegen.
Bereits seit 16 Jahren wehren sich die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und der BUND mit Unterstützung von Initiativen aus Jülich und Garching erfolgreich gegen die geplanten Atommülltransporte. So wurde zwar im August die Transportgenehmigung für die Castor-Transporte aus Jülich erteilt, doch wird diese vom BUND vor dem Verwaltungsgericht in Berlin aufgrund der vielen Sicherheitsrisiken und der ungelösten Endlagerfrage derzeit noch beklagt. Denn Transporte in ein Atommüll-Lager, das selbst nur noch für 11 Jahre genehmigt ist, machen keinen Sinn. Zudem haben die immer häufigeren Sichtungen von geheimnisvollen Drohnen über Anlagen der Kritischen Infrastruktur ein völlig neues Gefahrenszenario eröffnet und Autobahnen sind leicht zugänglich. Die Gewerkschaft der Polizei spricht deshalb in Zusammenhang mit den Castor-Transporten von „Wahnsinn“ und warnt vor einer „sinnlosen Mammutaufgabe“.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen rufen angesichts der unsicheren Lage für Sonntag, 14. Dezember, um 14 Uhr zu einem großen Advents-Sonntagsspaziergang vor dem Zwischenlager in Ahaus auf. Das Klimabündnis im Kreis Warendorf sagte dazu und für die weiteren Proteste seine Unterstützung zu.
Auf dem Foto von links nach rechts
Manfred Grabowski, Joachim Derschka, Heinz-Jürgen Goldkuhle, Jörg Lambke, Matthias Eickhoff, Anne Bussmann und Peter Bastian